Veröffentlicht von: Andreas Schneider · Zuletzt aktualisiert: 20.03.2020 · Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

Fibromyalgie: Alles Wichtige zu Symptomen, Diagnose, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit

Fibromyalgie ist eine Krankheit, die den meisten Menschen wohl eher unbekannt ist. Viele Patienten, die die Diagnose Fibromyalgie von ihrem Arzt gestellt bekommen, können mit dem Fachbegriff „Fibromyalgie-Syndrom“ erst einmal wenig anfangen und fragen sich, was die Diagnose nun genau für sie bedeutet. Auf dieser Webseite möchten wir deshalb über die chronische Schmerzkrankheit Fibromyalgie aufklären.

Was ist Fibromyalgie?

Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) oder kurz Fibromyalgie (Latein: Fibra = Faser + Griechisch: Mŷs = Muskel, Álgos = Schmerz) ist eine chronische Schmerzkrankheit, die früher auch als „Weichteilrheuma“, „Muskelrheuma“ oder „Fibrositis“ bezeichnet wurde. Die Krankheit ist bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt, wurde allerdings erst Ende der 1970er Jahre erstmalig genauer beschrieben.

Fibromyalgie wird hauptsächlich dadurch charakterisiert, dass Betroffene über längere Zeit starke Schmerzen in verschiedenen, oftmals unregelmäßig wechselnden Körperregionen haben und an chronischer Müdigkeit sowie Schlaf- und Konzentrationsproblemen leiden. Eine direkt greifbare organische Ursache für die Symptome der Krankheit konnte bisher nicht gefunden werden. Aus diesem Grund wurde früher oft angezweifelt, ob Fibromyalgie überhaupt eine Krankheit ist.

Anfang der 1980er Jahre wurden deshalb erste ärztlich kontrollierte Studien diesbezüglich durchgeführt. Diese Studien bestätigten die Existenz von Fibromyalgie als Krankheit und so wurde Fibromyalgie 1990 vom American College of Rheumatology1) offiziell als Krankheit definiert. Heute wird Fibromyalgie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter dem ICD-Code2) M79.7 geführt. Trotz allem gibt es jedoch auch heute noch nicht wenige Ärzte, die die Fibromyalgie nicht als eigenständige Krankheit ansehen.

Da die Krankheit zudem auch heute noch vergleichsweise unbekannt ist, könnte man vermuten, dass das Krankheitsbild der Fibromyalgie relativ selten auftritt. Genauere Untersuchungen diesbezüglich widerlegten diese Vermutung jedoch. Statistische Erhebungen besagen stattdessen, dass etwa zwei Prozent der Menschen an Fibromyalgie leiden. Etwa 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen im mittleren Alter. Allerdings können auch Kinder an Fibromyalgie erkranken.

Fibromyalgie betrifft Schätzungen zufolge weltweit mindestens 100 Millionen Menschen.

Symptome von Fibromyalgie

Beim Fibromyalgie-Syndrom wird im Allgemeinen zwischen Hauptsymptomen und Nebensymptomen unterschieden. Zu den Hauptsymptomen zählen die Symptome, die bei allen Betroffenen auftreten und die zur Diagnose notwendig sind. Zu den Nebensymptomen zählen weitere Begleitsymptome, die zusätzlich zu den Hauptsymptomen auftreten können.

Hauptsymptome

  • Chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen
  • Schlaf- und Konzentrationsprobleme
  • Müdigkeit und Erschöpfung

Die Schmerzen bei Fibromyalgie treten meist im Bereich von Rücken, Nacken, Brustkorb oder Oberschenkeln und den Gelenken von Armen und Beinen auf und können sowohl zeitweise (in Schüben) als auch dauerhaft (chronisch) vorhanden sein. Betroffene beschreiben Fibromyalgie-Schmerzen häufig als starke, diffuse Muskel- oder Weichteilschmerzen (Sehnen und Bänder). Feste Berührungen beziehungsweise das Ausüben von Druck auf diese Bereiche wird häufig als schmerzhaft empfunden. Körperliche Überlastung und seelische Belastung, zum Beispiel in Form von Stress, verstärken die Schmerzen.

Neben den Schmerzen leiden Menschen mit Fibromyalgie vor allem unter Schlafproblemen. Viele Betroffene schlafen schlecht und fühlen sich morgens wie gerädert. Die Folge sind permanente Müdigkeit und Konzentrationsprobleme beziehungsweise Vergesslichkeit. Mit der Zeit entsteht ein Gefühl der chronischen Erschöpfung – in besonders schweren Fällen wird hier oft vom Fatigue-Syndrom gesprochen.

Nebensymptome

  • Schwellungen / Schwellungsgefühle in den Extremitäten und dem Gesicht
  • Morgensteifigkeit
  • Kieferschmerzen
  • Verdauungsprobleme wie Reizdarm
  • Reizblase (häufiger Harndrang)
  • Kopfschmerzen
  • Trockenheit / Empfindlichkeit der Schleimhäute
  • Ängste / Depression

Die Nebensymptome sind bei jedem Patienten individuell vorhanden und unterschiedlich stark ausgeprägt. Zusätzlich zu den eben aufgezählten häufigsten Nebensymptomen kann es auch noch zu seltener auftretenden weiteren vegetativen Symptomen kommen. Dazu zählen zum Beispiel Atembeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Zittern, Kloßgefühl im Hals, Tinnitus oder verringertes sexuelles Interesse.

Das Fibromyalgie-Syndrom ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Symptomen charakterisiert, deren Ausprägung allerdings immer individuell verschieden ist. Es gibt somit keinen „Standard-Fall“ von Fibromyalgie, was die Diagnose und die Behandlung der Krankheit erschweren kann.

Diagnose von Fibromyalgie

Es existiert bisher kein sinnvoller Standard-Test, der eine direkte Diagnose von Fibromyalgie ermöglicht. Bildgebende Verfahren (zum Beispiel Röntgen- oder Ultraschallaufnahmen) der Muskeln und Gelenke bleiben bei Fibromyalgie-Patienten in der Regel ohne Befund. Klassische Labortwert-Untersuchungen ergeben zudem üblicherweise ebenfalls keine Auffälligkeiten. Da Ärzte somit über die herkömmlichen Methoden keine klinischen Veränderungen feststellen können, bleibt für die Diagnose von Fibromyalgie nur die sogenannte Ausschlussdiagnose.

Als Ausschlussdiagnose bezeichnen Mediziner die indirekte Diagnosestellung einer Krankheit über den Ausschluss sämtlicher anderer Erkrankungen, die ebenfalls für die Symptome verantwortlich sein könnten. Eine der von der Symptomatik her der Fibromyalgie recht ähnlichen Krankheit ist beispielsweise die rheumatoide Arthritis3). Im Gegensatz zum Fibromyalgie-Syndrom lässt sich diese entzündliche Krankheit allerdings durch Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren nachweisen, wodurch sie bei Menschen mit Fibromyalgie als Erklärung für ihre Symptome ausgeschlossen werden kann.

Anamnese

Aufgrund der schwierigen Diagnosestellung hat die sogenannte Anamnese, also das Gespräch des Arzts mit dem Patienten, eine wichtige Bedeutung bei der Diagnose von Fibromyalgie. Im Normalfall ist der Hausarzt der erste medizinische Ansprechpartner des Betroffenen. Dieser erfasst die Krankengeschichte und kann anhand der geschilderten Beschwerden bereits die Diagnose eingrenzen und dann weitere Untersuchungen durchführen oder gegebenenfalls die Überweisung zu einem Facharzt empfehlen.

Tender Points

Vor einigen Jahren galt der sogenannte Tender Points Test noch als Hauptdiagnosekriterium für das Fibromyalgie-Syndrom. Die Tender Points sind besonders druckschmerzempfindliche Stellen am Körper von Fibromyalgie-Patienten. In den ursprünglichen Diagnosekriterien, die das American College of Rheumatology 1990 veröffentlichte, hieß es, dass die Diagnose Fibromyalgie als gesichert gilt, wenn der Arzt mindestens elf dieser 18 Tender Points durch Druckeinwirkung mit seinem Daumen „triggern“ kann.

Heute gilt die Fokussierung auf den Tender Points Test zur Diagnose als überholt, da auch Patienten mit weniger als elf schmerzhaften Tender Points an Fibromyalgie leiden können. Zudem ist die Druckschmerzempfindlichkeit der Betroffenen oftmals nicht nur auf den Bereich der Tender Points begrenzt. Aus diesem Grund wurden die offiziellen Diagnosekriterien dahingehend abgeändert, dass es für die Diagnosestellung ausreicht, wenn Patienten über länger als drei Monate andauernde Schmerzen in wechselnden Körperregionen berichten.

Laboruntersuchung

Der Laboruntersuchung kommt bei der Fibromyalgie-Diagnose insofern eine wichtige Rolle zu, als dass sie zum Ausschluss von organischen Ursachen und anderen Erkrankungen notwendig ist. Über die Standard-Labortests können zum Beispiel Erkrankungen an der Schilddrüse oder diverse Rheuma-Formen ausgeschlossen werden. Fibromyalgie an sich kann über die Laboruntersuchungen allerdings nicht nachgewiesen werden, da sich normalerweise keine Auffälligkeiten ergeben.

Viele Fibromyalgie-Patienten werden bis zu einer endgültigen Diagnose oftmals ohne wirkliches Ergebnis von einem Arzt zum nächsten geschickt. In Extremfällen kann die Diagnose deshalb sogar mehrere Jahre dauern. Nicht wenige Betroffene fühlen sich aus diesem Grund als Hypochonder oder gar Spinner abgestempelt. Das wahrgenommene Nicht-ernst-nehmen der Krankheit kann den Leidensdruck der Betroffenen unnötig zusätzlich erhöhen, weil es sich in der Regel negativ auf die Symptomatik auswirkt.

Ursachen des Fibromyalgie-Syndroms

Obwohl Fibromyalgie als Krankheit bereits seit den 1970er-Jahren bekannt ist, konnte die Wissenschaft die genauen Ursachen bisher noch nicht vollständig herausfinden. Als wissenschaftlich gesichert gilt jedoch, dass das Fibromyalgie-Syndrom keine rein psychische Krankheit ist. Zudem wurden bei Fibromyalgie-Patienten bisher weder auffällige Verschleißerscheinungen noch Entzündungen an den Gelenken festgestellt. Die meisten Ärzte sehen im Fibromyalgie-Syndrom deshalb auch keine entzündliche Rheuma-Form.

Eine konkrete einzelne Ursache für die Entstehung von Fibromyalgie konnte bis heute nicht gefunden werden. Die Wissenschaft geht aktuell deshalb davon aus, dass eine Reihe verschiedener Faktoren für die Entstehung der Krankheit verantwortlich ist. Im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen konnten Forscher einige Auffälligkeiten, die im Zusammenhang mit Fibromyalgie stehen könnten, ausfindig machen.

Störung der zentralen Schmerzverarbeitung

Es gibt Hinweise4) darauf, dass bei Fibromyalgie eine Störung der schmerzverarbeitenden Systeme im zentralen Nervensystem5) vorliegt. Die Folge dieser Störung ist eine niedrigere Schmerzschwelle. Durch die niedrigere Schmerzschwelle interpretiert das Gehirn selbst schwächere Reize als Schmerzen. Fibromyalgie-Patienten nehmen Reize also anders wahr und haben dadurch eine geringere Schmerztoleranz.

Schädigung der kleinen Nervenfasern

Neuere Forschungsarbeiten6) haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Fibromyalgie und Schädigungen an den kleinen Nervenfasern7) zu geben scheint. Die sogenannten Small Fibers befinden sich in der Haut und sind für die Wahrnehmung von Schmerzen, Temperatur oder Berührungen zuständig. Bei Gewebeuntersuchungen konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass die Anzahl der kleinen Nervenfasern bei Fibromyalgie-Patienten im Vergleich zu Gesunden deutlich reduziert war. Je niedriger die Nervenfaserdichte, desto stärker waren zudem die Fibromyalgie-Symptome ausgeprägt.

Psychische Ursachen

Psychosozialer Stress, also zum Beispiel Stress im Alltag oder auf der Arbeit, gilt als Risikofaktor für die Entwicklung des Fibromyalgie-Syndroms. Ebenfalls legen statistische Untersuchungen nahe, dass besonders belastende Lebensereignisse (Traumata) Fibromyalgie (mit-) verursachen könnten. Dies ist dadurch begründet, dass überdurchschnittlich viele Fibromyalgie-Patienten von sexuellem Missbrauch, emotionaler Vernachlässigung oder körperlicher Gewalt in ihrer Vergangenheit berichten8).

Fibromyalgie geht häufig auch mit Ängsten und Depression einher. In der Vergangenheit stand deshalb auch die Theorie im Raum, dass Fibromyalgie eine psychosomatische Manifestation dieser psychischen Probleme sein könnte. Weil die aktuelle Forschung immer mehr körperliche Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Fibromyalgie entdeckt, gilt diese Theorie allerdings inzwischen als widerlegt. Fibromyalgie ist demnach keine Folge einer psychischen Erkrankung. Depression oder Ängste können jedoch durch Fibromyalgie ausgelöst werden.

Genetische Ursachen

Anhand von statistischer Auswertungen konnte belegt werden, dass genetische Ursachen beim Fibromyalgie-Syndrom eine Rolle spielen könnten. In den Untersuchungen wurde festgestellt, dass Fibromyalgie gehäuft in einzelnen Familien auftritt. Dies spricht dafür, dass es eine genetische Veranlagung für Fibromyalgie geben könnte. Die verantwortlichen Gene wurden bisher jedoch noch nicht identifiziert.

Forscher konnten bisher keine einzelne Ursache, die für die Entstehung von Fibromyalgie verantwortlich ist, identifizieren. Die Wissenschaft geht derzeit davon aus, dass die Krankheit durch ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren verursacht wird.

Wichtige Fragen zu Fibromyalgie

Es gibt einige wichtige Fragen, die bezüglich des Fibromyalgie-Syndroms häufiger gestellt werden.

Ist Fibromyalgie als Krankheit anerkannt?

Das Fibromyalgie-Syndrom ist der Wissenschaft bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt und wurde 1990 vom American College of Rheumatology genauer definiert und damit offiziell als Krankheit anerkannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Fibromyalgie folglich als eigenständige Erkrankung unter dem ICD-Code M79.79) unter „Sonstige Krankheiten des Weichteilgewebes, anderenorts nicht klassifiziert“ in ihrer Datenbank der Krankheiten und Gesundheitsprobleme.

Ist Fibromyalgie heilbar?

Fibromyalgie gilt derzeit als nicht heilbar. Die Wissenschaft kann die Ursachen und Entstehungsmechanismen des Fibromyalgie-Syndroms bis heute nicht komplett erklären. Obwohl in der jüngeren Vergangenheit einige Fortschritte gemacht wurden, steht die Forschung diesbezüglich immer noch am Anfang. Ohne die genauen Ursachen und Mechanismen zu kennen, ist eine ursächliche Behandlung der Krankheit schwierig. Die Medizin ist deshalb bisher darauf fokussiert, die Symptome der Betroffenen bestmöglich zu lindern.

Wie gefährlich ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie gilt momentan zwar als unheilbar, allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass die Krankheit zu bleibenden organischen Schäden oder einer verkürzten Lebenserwartung führt. Betroffene müssen sich zudem keine Sorgen darüber machen, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung irgendwann im Rollstuhl landen oder bettlägerig werden. So gesehen ist Fibromyalgie also keine gefährliche Krankheit. Trotzdem leiden Menschen mit Fibromyalgie natürlich an einer chronischen Krankheit, die entsprechend ernst genommen werden muss und unbehandelt mit erheblichen Einbußen bei der Lebensqualität verbunden sein kann.

Welcher Arzt behandelt Fibromyalgie?

Grundsätzlich wird erst einmal eine ambulante Behandlung der Fibromyalgie versucht. Ansprechpartner ist hier in der Regel der Hausarzt, der die Betroffenen am besten kennt und mit ihnen zusammen die verschiedenen Behandlungsansätze bespricht und entsprechend überwacht. In der Behandlung von Fibromyalgie erfahrene Fachärzte, wie zum Beispiel Rheumatologen oder Schmerztherapeuten, können bei Bedarf mit einbezogen werden. Bei besonders schweren Verläufen kann zudem über eine multimodale Schmerztherapie im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einer spezialisierten Klinik nachgedacht werden.

Wie kann man Fibromyalgie behandeln?

Fibromyalgie kann derzeit nicht ursächlich behandelt und damit geheilt werden. Im Vordergrund der Therapiemaßnahmen steht deshalb vor allem eine Linderung der Beschwerden. Bei der symptomatischen Behandlung der Krankheit gibt es viele verschiedene Ansätze, die jeweils individuell abhängig unterschiedlich wirksam sind. Hierzu zählen zum Beispiel Medikamente, Sport oder Ernährung. In den meisten Fällen ist eine Kombination verschiedener Behandlungsmaßnahmen am erfolgversprechendsten. Wir haben diesem komplexen und wichtigen Thema einen eigenen Artikel gewidmet.

Ist Fibromyalgie eine psychische Krankheit?

Lange Zeit war Fibromyalgie unter anderem dadurch charakterisiert, dass sich scheinbar keine organischen Ursachen für die Erkrankung finden ließen. Das Fibromyalgie-Syndrom wurde deshalb früher eher als psychische Krankheit gesehen. Inzwischen ist die medizinische Forschung allerdings etwas weiter. Wissenschaftler konnten bei Fibromyalgie-Patienten einige Auffälligkeiten finden, die darauf schließen lassen, dass die Krankheit hauptsächlich organischer Natur ist.

Das Fibromyalgie-Syndrom wird deshalb heute von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Katalog der Krankheiten und Gesundheitsprobleme10) offiziell unter dem Punkt M79.711) im Kapitel „Sonstige Krankheiten des Weichteilgewebes, anderenorts nicht klassifiziert“ geführt. Aus heutiger Sicht ist Fibromyalgie keine psychische Krankheit, obwohl es durchaus noch Ärzte gibt, die das anders sehen. In den Leitlinien der Deutschen Schmerzgesellschaft wird Fibromyalgie ebenfalls nicht als psychische oder psychosomatische Krankheit, sondern als „funktionelles somatisches Syndrom“ klassifiziert.

Bekommt man bei Fibromyalgie Rente?

Menschen mit Fibromyalgie haben keinen automatischen Anspruch auf Rente. Da die Krankheit individuell verläuft und die Betroffenen an vielen verschiedenen Symptomen mit unterschiedlichen Schweregraden leiden können, gibt es sozusagen keinen Standard-Fall. Ob Fibromyalgie-Patienten eine Erwerbsminderungsrente bekommen oder nicht, hängt deshalb vom Einzelfall und den individuellen Beeinträchtigungen bei der Arbeit ab. Insgesamt ist das Thema „Rente bei Fibromyalgie“ recht komplex. Wir haben es deshalb im Artikel „Fibromyalgie: Rente wegen Erwerbsminderung“ gesondert behandelt.

Ist Fibromyalgie ansteckend?

Fibromyalgie ist nicht ansteckend. Obwohl die Wissenschaft die genauen Ursachen der Erkrankung noch nicht vollends erklären kann, gibt es keine Hinweise darauf, dass die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Weltweit ist diesbezüglich auch kein einziger Fall bekannt.

Ist Fibromyalgie vererbbar?

Fibromyalgie wird nicht direkt vererbt. Kinder mit einem Elternteil, das am Fibromyalgie-Syndrom leidet, bekommen die Krankheit also nicht automatisch ebenfalls. Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass Fibromyalgie in Familien gehäuft auftritt. Dies deutet darauf hin, dass es eine genetische Veranlagung geben könnte, die es wahrscheinlicher macht, an Fibromyalgie zu erkranken. Definitive Aussagen diesbezüglich sind jedoch erst möglich, wenn die Wissenschaft die Ursachen der Erkrankung komplett entschlüsselt hat.

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 4.5 / 5. Anzahl Bewertungen: 10

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Andreas Schneider ist seit über 15 Jahren freiberuflicher Journalist im Gesundheitsbereich. Der gebürtige Berliner interessiert sich bereits seit seiner Jugend für Gesundheitsthemen. In seinen Artikeln ist es ihm ein Anliegen, medizinisch komplexe Sachverhalte auch für Laien verständlich zu machen. Andreas hat Anfang 2020 die redaktionelle Betreuung der Inhalte von Diagnose-Fibromyalgie.de übernommen. In seiner Freizeit geht er gerne Wandern.